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Schlachtschiff Tirpitz


Fritz

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Die "Tirpitz" galt als unbezwingbare Festung aus Stahl, doch dann versenkte das britische Militär das größte deutsche Schlachtschiff im Zweiten Weltkrieg. Albert Russow überlebte den Untergang nur knapp.

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Feierlicher Stapellauf: Am 1. April 1939 wurde die "Tirpitz" in Wilhelmshaven vom Stapel gelassen. Adolf Hitler und sein Admiral Erich Raeder waren bei diesem Anlass persönlich anwesend. Benannt wurde das Schiff nach Großadmiral Alfred von Tirpitz, dem Begründer der deutschen Hochseeflotte im Kaiserreich.

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Die "Königin der Meere": Das riesige Schlachtschiff war der Stolz der deutschen Marine. Aus Angst, sie zu verlieren, wurde die "Tirpitz" gegen Kriegsende versteckt und geschont - dennoch wurde sie schließlich von der britischen Royal Air Force aufgespürt und versenkt.

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Die "Tirpitz" vor Norwegen: Anfang 1942 wurde das Schlachtschiff in einem Fjord in Sicherheit gebracht. Nur wenige Monate zuvor war ihr Schwesterschiff, die "Bismarck", versenkt worden.

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Schwer bewaffnet: Mehr als hundert Geschütze befanden sich an Bord der "Tirpitz". Darunter auch acht 38-Zentimeter-Kanonen. Ihre Projektile wogen so viel wie ein Kleinwagen.
Foto: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz

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Gefunden: Die Briten fanden jedoch bald heraus, wo die "Tirpitz" versteckt wurde. Dieses Bild des Schiffs nahm die britische Luftaufklärung im März 1943 auf.

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Ausharren im Eismeer: Die anschließenden Reparaturarbeiten dauerten ein halbes Jahr. Weitere Angriffe folgten, doch die Deutschen schafften es immer wieder, sich mithilfe von Nebelmaschinen für die feindlichen Flieger unsichtbar zu machen.

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Getroffen: Am 12. November 1944 startete die Royal Air Force dann einen Großangriff. 29 viermotorige Lancaster-Maschinen wurden in der "Operation Catechism" gegen die "Tirpitz" geschickt. Mit dabei hatten sie einen neuen Super-Sprengkörper: den "Tallboy"

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Versenkt: Mit den 5,4-Tonnen-Bomben vom Typ "Tallboy" schaffen es die Briten schließlich, ein Loch in die Seitenwand der "Tirpitz" zu reißen. Der Stahlriese neigte sich daraufhin zur Seite, bis er kippte und mit dem Kiel nach oben im Wasser lag. Mehr als 900 Menschen starben an diesem Tag während des Angriffs auf die "Tirpitz".

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Bergungsversuch: In den Fünfzigerjahren wollte ein norwegisches Unternehmen das Wrack der "Tirpitz" bergen. Doch der Versuch scheiterte und das Schiff wurde vor Ort verschrottet

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Junger Kadett: Albert Russow war 22 Jahre alt, als er auf der "Tirpitz" diente. Der gelernte Fleischer war auf dem Schlachtschiff für die Bedienung der Signalflaggen und -lampen zuständig.

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Mit Modell: Der inzwischen 92-Jährige ist einer der letzten noch lebenden Zeugen des Untergangs der "Tirpitz". Russow hat damals einen historischen Moment miterlebt. Am liebsten hätte er jedoch darauf verzichtet.

Als Albert Russow am Morgen des 12. November 1944 durchs Fernglas blickt, wird ihm sofort klar: Diesmal wollen die Briten die "Tirpitz" mit aller Macht versenken. "Die Flugzeuge waren größer als früher. Und als sie hinter der Bergkette hervorgekommen sind, haben sie sofort Kurs auf unser Schiff genommen", erzählt der frühere Marinesoldat. "Die haben ganz genau gewusst, wo wir liegen."

As Albert Russow on the morning of the 12. November 1944 peered through the binoculars, it was immediately clear, this time the British want to sink the Tirpitz at all costs. "The aircraft were larger than previously and as they appeared from behind the mountain peaks, they took course for our ship", the former sailor explained. "They knew exactly where we lay".

Und es werden immer mehr: 10, 15, 20, 25 schwere Bomber. Insgesamt 29 viermotorige Lancaster-Maschinen hat die Royal Air Force zur "Operation Catechism" in den Einsatz gegen Deutschlands letztes, größtes Schlachtschiff geschickt. Einige tragen in ihrem Bauch nur eine einzige Bombe - den "Tallboy". Der neue Super-Sprengkörper soll der "Tirpitz" hier im Eismeer vor der norwegischen Stadt Tromsø endgültig den Garaus machen. So hat es Winston Churchill persönlich befohlen.

And it became more and more: 10, 15, 20, 25 heavy bombers. Altogether 29 four engined Lancaster machines for the Royal Air Force "Operation Catechism" for the action against Gemany`s last great battleship. Some carried a single bomb, the "Tallboy". The new super high explosive was to finally finish off the "Tirpitz" in the Arctic Sea before the Norwegian city of Tromsö. Winston Churchill had personally ordered it.

"The Beast" hat Großbritanniens Premier ehrfürchtig die furchterregendste Kriegsmaschine genannt, welche das Deutsche Reich je gebaut hat. Über 250 Meter lang und 36 Meter breit ist die "Tirpitz", benannt nach Großadmiral Alfred von Tirpitz, dem Begründer der deutschen Hochseeflotte im Kaiserreich. Sie verdrängt weit über 50.000 Tonnen Wasser, mehr als jedes britische Schiff, auch mehr als ihr Schwesterschiff, die Bismarck. Mehr als hundert Geschütze an Bord richten sich gen Himmel, die acht 38-Zentimeter-Kanonen können Projektile verschießen, die so viel wiegen wie ein kleines Auto. Und gegen feindliche Angriffe geschützt ist die schwimmende Festung mit dickem Krupp-Panzerstahl der Marken Wotan hart und Wotan weich.

"The Beast" had been called by Britains premier, the most terrifying war machine, which the German Reich had ever built. Over 250 metres in length and 36 metres wide, the "Tirpitz" was named after Großadmiral Alfred von Tirpitz, the founder of the German High Seas Fleet in the Empire. She displaced over 50.000 tonnes of water, more than any British ship, also more than her sister ship, the Bismarck. More than one hundred guns on board pointed to the sky, the eight 38 cm cannons could shoot projectiles with the weight of a small car. And the floating fortress is protected by thick Krupp Panzerstahl of the brands Wotan hart and Wotan weich.

"Viele Kameraden dachten, die "Tirpitz" ist unzerstörbar", sagt Albert Russow. "Ich selbst habe mich machtlos gefühlt." Der alte Mann nimmt das Modell der "Tirpitz" in die Hand, das seit Langem bei ihm zu Hause steht, in Schwaan bei Rostock. Russow, damals 22 Jahre jung, ist heute 92 - und einer der letzten noch lebenden Zeitzeugen des Untergangs. Gut ein Jahr hat der gelernte Fleischer als Signalgast auf ihr gedient, war verantwortlich für die Signalflaggen und Signallampen. Vor allem aber hat er Wache geschoben, denn zu signalisieren gab es am Ende nicht mehr viel. Während seiner letzten Monate lag der einstige Stolz der deutschen Marine fast nur noch vor Anker vor der norwegischen Küste, weit weg vom Kriegsgeschehen.

"Many comrades thought the "Tirpitz" indestructable", says Albert Russow. "I myself felt helpless". The elderly man takes the model of the "Tirpitz" in his hand, it has stood many years in his home in Schwaan bei Rostock. Russow, then 22 years young, is today 92 - and one of the last living witnesses of the sinking. For a good year the trained butcher served as Signalgast on board, was resposable for signal flags and lamps. But mainly he stood watch, then at the end there was nothing to signal for. During the last months the pride of the German Navy stood almost only at anchor before the Norwegian coast, far away from the war.

Text: Spiegel Online, photos: Albert Russow, Bildarchiv Preuß.Kulturbesitz, maritimequest.com

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