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Theodor Fontane: Vor dem Sturm, the novel of the Winter of 1812/13


Fritz

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Vor dem Sturm - from the novel by Theodor Fontane, finalised in 1878.  The Winter of 1812/13, and the beginning of resistance against Napoléon. Set in the territory of the Mark Brandenburg.

The plot is set during the Winter of 1812/13 in the Oderbruch region of Brandenburg. Bernd von Vitzewitz seeks to errect a Landsturm with the aid of like-minded and to start a national uprising against Napoléons weakened troops flooding back from Russia, and to finally end French domination in Prussia.

The story has a similarity to "War and Peace" by Lew Nikolaijewitsch Graf von Tolstoii

Die Handlung spielt im Winter 1812/1813 im Oderbruch. Bernd von Vitzewitz will mit Hilfe Gleichgesinnter einen  Landsturm aufstellen, um durch einen bewaffneten Volksaufstand gegen die geschwächten napoleonischen Truppen, die nach dem verlorenen Russlandfeldzug durch das Land ziehen, endlich die französische Herrschaft über Peußen zu beenden.
Die Geschichte erinnert an den Roman von Tolstoii, Krieg und Frieden.

Fontane:

Überschwänglich schrieb er nach seinem Studium am 28. Mai 1860 in der Friedersdorfer Bibliothek an seine Mutter:

"Zehn Generationen von 500 Schulzen und Lehmanns sind lange nicht so interessant wie 3 Generationen eines einzigen Marwitz. Wer den Adel abschaffen will, schafft den Rest von Poesie ab."

Mit diesem Preußenbild, das sich im Verlaufe der Zeit änderte, beginnt er die Arbeit an seinem ersten Roman „Vor dem Sturm“. Die Bedeutung des Erstlingswerkes, das im Schicksalswinter 1812/13 handelt, lag für Fontane in seiner preußischen Gesinnung: „O lerne denken mit dem Herzen und lerne fühlen mit dem Geist“.

Schloss Guse – wo Tante Amalie wohnt

Im Schloss trifft das alte Preußen auf den neuen Zeitgeist. Gräfin Amelie, die ältere Schwester von Berndt von Vitzewitz, lebt noch ganz in den Traditionen des Rheinsberger Hofes.

Ihr Bruder feiert Silvester 1812 mit Gästen und Weggefährten im alten „Derfflinger-Schloss“. Immer wieder drehte sich das Gespräch um die „Volksbewaffnung à tout prix, also mit dem König, wenn möglich, ohne den König, wenn nötig“. Die Anwesenden wissen: „Aber wenn wir die Waffen wider seinem Willen nehmen, so kann es uns auf Hochverrat gedeutet werden.“

Hier schließt sich der Kreis vom anfangs erwähnten Spruch: „Wählte Ungnade, wo Gehorsam keine Ehre brachte“.

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An iconic picture of the struggle against Napoleon, to the colours - 17. March 1813, East Prussian Landwehr march out to meet the French armies. To the right of the picture, a Rabbiner gives his blessing to a member of his community. Painting by Gustav Graef (1860)

 

A film in 6 episodes.

 

 

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  • 9 months later...

The Episode with Afghanistan, 1832

Das Trauerspiel von Afghanistan
by Theodor Fontane


     Der Schnee leis stäubend vom Himmel fällt,
Ein Reiter vor Dschellalabad hält,
„Wer da!“ – „„Ein britischer Reitersmann,
Bringe Botschaft aus Afghanistan.““
5

     Afghanistan! er sprach es so matt;

Es umdrängt den Reiter die halbe Stadt,
Sir Robert Sale, der Commandant,
Hebt ihn vom Rosse mit eigener Hand.

     Sie führen in’s steinerne Wachthaus ihn,

10

Sie setzen ihn nieder an den Kamin,

Wie wärmt ihn das Feuer, wie labt ihn das Licht,
Er athmet hoch auf und dankt und spricht:

     „Wir waren dreizehntausend Mann,
Von Cabul unser Zug begann,

15

Soldaten, Führer, Weib und Kind,

Erstarrt, erschlagen, verrathen sind.
     „Zersprengt ist unser ganzes Heer,
Was lebt, irrt draußen in Nacht umher,
Mir hat ein Gott die Rettung gegönnt,

20

Seht zu, ob den Rest ihr retten könnt.“

     Sir Robert stieg auf den Festungswall,

Offiziere, Soldaten folgten ihm all’,
Sir Robert sprach: „Der Schnee fällt dicht,
Die uns suchen, sie können uns finden nicht.

25

      „Sie irren wie Blinde und sind uns so nah,

So laßt sie’s hören, daß wir da,
Stimmt an ein Lied von Heimath und Haus,
Trompeter, blas’t in die Nacht hinaus!“

     Da huben sie an und sie wurden’s nicht müd’,

30

Durch die Nacht hin klang es Lied um Lied,

Erst englische Lieder mit fröhlichem Klang,
Dann Hochlandslieder wie Klagegesang.

     Sie bliesen die Nacht und über den Tag,
Laut, wie nur die Liebe rufen mag,

35

Sie bliesen – es kam die zweite Nacht,

Umsonst, daß ihr ruft, umsonst, daß ihr wacht.

     Die hören sollen, sie hören nicht mehr,
Vernichtet ist das ganze Heer,
Mit dreizehntausend der Zug begann,

40

Einer kam heim aus Afghanistan.

Schlacht von Gandamak – Wikipedia

Zum Fontane-Jahr: „[Nur] einer kam heim aus Afghanistan“ | Afghanistan  Zhaghdablai

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  • 2 months later...

Theodor Fontane, Zitate:

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Courage ist gut, Ausdauer ist besser

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Wer aufhört Fehler zu machen, lernt nichts mehr dazu

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Aus der Ferne diesen Wunsch: Glückliche Sterne und guten Punsch.

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Alles hat seinen Preis, auch die Dinge, von denen man glaubt, dass man sie umsonst kriegt.

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Alles verstehen heißt alles verzeihen.

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Der Standpunkt macht es nicht, die Art macht es, wie man ihn vertritt.

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Das Menschlichste, was wir haben, ist doch die Sprache, und wir haben sie, um zu sprechen.

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Über Plagiate sollte man sich nicht ärgern. Sie sind wahrscheinlich die aufrichtigsten aller Komplimente.

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Leicht zu leben ohne Leichtsinn, heiter zu sein ohne Ausgelassenheit, Mut zu haben ohne Übermut - das ist die Kunst des Lebens!

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Drei Viertel meiner ganzen literarischen Tätigkeit ist überhaupt Korrigieren und Feilen gewesen. Und vielleicht ist drei Viertel noch zu wenig gesagt.

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Solange es geht, muß man Milde walten lassen, denn jeder kann sie brauchen.

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Jemanden glücklich machen, ist das höchste Glück

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Gott, was ist Glück! Eine Griessuppe, eine Schlafstelle und keine körperlichen Schmerzen - das ist schon viel. Das Glück, wenn es mir recht ist, liegt in zweierlei: darin, daß man ganz da steht, wo man hingehört, und zum zweiten und besten in einem behaglichen Abwickeln des ganz Alltäglichen, also darin, daß man ausgeschlafen hat und daß einen die neuen Stiefel nicht drücken. Wenn einem die 720 Minuten eines zwölfstündigen Tages ohne besonderen Ärger vergehen, so läßt sich von einem Tage unter einem glücklichen Stern sprechen.

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Ach! Das waren noch gute Zeiten, da ich noch alles glaubte, was ich hörte.

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Das, was wir ein böses Gewissen nennen, ist ja immer ein gutes Gewissen. Es ist das Gute, was sich in uns erhebt und uns bei uns selber verklagt.

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Eine gute Frau muß die Augen immer aufhaben, aber sie muß sie auch zuzumachen verstehen, je nachdem. Sie muß alles sehen, aber sie muß nicht alles sehen wollen.

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Gegen eine Dummheit, die gerade in Mode ist, kommt keine Klugheit auf.

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Bücher haben Ehrgefühl. Wenn man sie verleiht, kommen sie nicht wieder zurück

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Vor Gott sind eigentlich alle Menschen Berliner.

- and many more....

 

 

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